🧪 Nizza-Klasse 1: Chemikalien & Industriechemie

123.240 Marken sind im EUIPO-Register für Klasse 1 erfasst, die Klasse für Industriechemikalien, Klebstoffe und Düngemittel (Stand Juli 2026). (Stand Juli 2026).

123.240

Marken im EU-Register

69.815

Beim EUIPO eingetragen

+14 %

Wachstum 2020–2024

66 %

Wortmarken-Anteil

Datenbasis: EU-Markenregister des EUIPO (Unionsmarken und internationale Registrierungen mit EU-Schutzwirkung), Stand Juli 2026.

Klasse 1 eröffnet die Nizza-Klassifikation und ist eine ihrer industriellsten Kategorien: Sie umfasst chemische Erzeugnisse für Industrie, Wissenschaft und Landwirtschaft, darunter Industriechemikalien, Klebstoffe und Düngemittel. Im EUIPO-Register sind 123.240 Marken für Klasse 1 erfasst, davon 69.815 eingetragen (Stand Juli 2026, EUIPO-Registerdaten). Die Klasse wächst spürbar: Die Neuregistrierungen stiegen von 5.609 im Jahr 2020 auf 6.374 im Jahr 2024, ein Plus von 14 Prozent, 2025 kamen 5.647 hinzu. Die Top-Anmelder lesen sich wie ein Branchenverzeichnis der Chemieindustrie: BASF führt mit 770 Marken, dahinter folgen Syngenta (501), Henkel (412), Merck (384) und Evonik (321). Auffällig ist der hohe Anteil an Wortmarken: 66 Prozent der Marken in Klasse 1 sind reine Wortmarken. Im B2B-Geschäft zählt der Name, nicht das Logo, denn Produktbezeichnungen leben in Katalogen, Datenblättern und Ausschreibungen. Genau deshalb lohnt sich hier eine besonders gründliche Namensrecherche.

Was gehört in Klasse 1?

Klasse 1 umfasst chemische Erzeugnisse für Industrie, Wissenschaft, Fotografie sowie Land- und Forstwirtschaft. Typische Beispiele: Industriechemikalien und chemische Zwischenprodukte, Klebstoffe für die Industrie, Düngemittel und Bodenverbesserer, unverarbeitete Kunststoffe und Kunstharze sowie Feuerlöschmittel. Entscheidend ist der Rohstoff-Charakter: Klasse 1 deckt Stoffe ab, die weiterverarbeitet werden oder in der Produktion zum Einsatz kommen. Fertigprodukte gehören dagegen in andere Klassen: Reinigungsmittel und Kosmetik in Klasse 3, Arzneimittel und Pflanzenschutzmittel wie Herbizide in Klasse 5, Farben und Lacke in Klasse 2.

Typische Beispiele: Industrie-, Foto- und Agrarchemikalien

Neue EUIPO-Registrierungen pro Jahr in Klasse 1

Die aktivsten Anmelder in Klasse 1

#AnmelderMarken
1Basf Se770
2Syngenta Crop Protection Ag501
3Henkel Ag & Co Kgaa412
4Merck Kgaa384
5Evonik Operations Gmbh321
6Symrise Ag275
7Novozymes A/S265
8Illinois Tool Works Inc256
9Roche Diagnostics Gmbh243
10Dsm Ip Assets Bv213
Zählung je eintragender Gesellschaft, Namensvarianten zusammengeführt. Datenquelle: EUIPO-Registerdaten, Stand Juli 2026.

Wortmarke oder Bildmarke?

Wird oft kombiniert mit

Denke Klasse 1 von Anfang an im Verbund: In der Praxis wird sie am häufigsten mit Klasse 5 (Pflanzenschutz, pharmazeutische Erzeugnisse), Klasse 42 (Forschung, Entwicklung, Labordienstleistungen) und Klasse 3 (Reinigungs- und Pflegemittel) kombiniert. Kläre vor der Anmeldung, ob dein Produkt Rohstoff oder Endprodukt ist, denn das entscheidet über die richtige Klasse, und das Verzeichnis lässt sich später nur einschränken, nie erweitern. Setze außerdem auf eine Wortmarke: 66 Prozent der Marken in Klasse 1 sind Wortmarken, im B2B wird dein Name vor allem geschrieben und gesprochen, selten als Logo wahrgenommen. Und recherchiere gründlich im EUIPO-Register, bevor du anmeldest.

Typische Fehler bei Klasse 1

Der häufigste Fehler in Klasse 1 ist die Verwechslung von Rohstoff und Endprodukt. Wer ein fertiges Reinigungsmittel für Endkunden verkauft, braucht Klasse 3, nicht Klasse 1, und wer Pflanzenschutzmittel wie Herbizide oder Fungizide anbietet, landet in Klasse 5, obwohl Düngemittel in Klasse 1 gehören. Diese Grenze verläuft mitten durch viele Sortimente. Zweiter Fehler: Dienstleistungen vergessen. Viele Chemie- und Material-Start-ups entwickeln, testen und beraten, das sind Leistungen der Klasse 42, die im Verzeichnis oft fehlen. Und drittens unterschätzen Gründer die Dichte der Klasse: Mit BASF (770 Marken), Syngenta (501) und Henkel (412) sitzen hier sehr aktive Großanmelder, deren Portfolios man vor der eigenen Anmeldung prüfen sollte.

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Häufige Fragen

Was fällt in Nizza-Klasse 1?

Klasse 1 umfasst chemische Erzeugnisse für Industrie, Wissenschaft und Landwirtschaft: Industriechemikalien, Klebstoffe für die Industrie, Düngemittel sowie unverarbeitete Kunststoffe und Kunstharze. Entscheidend ist der Rohstoff-Charakter. Fertigprodukte wie Reinigungsmittel (Klasse 3), Farben (Klasse 2) oder Pflanzenschutzmittel (Klasse 5) gehören in andere Klassen.

Wer meldet die meisten Marken in Klasse 1 an?

Laut EUIPO-Registerdaten (Stand Juli 2026) führt BASF mit 770 Marken, gefolgt von Syngenta (501), Henkel (412), Merck (384) und Evonik (321). Die Klasse ist fest in der Hand der großen Chemiekonzerne, was eine sorgfältige Recherche vor der eigenen Anmeldung umso wichtiger macht.

Ich verkaufe fertige Reinigungs- oder Pflegeprodukte, brauche ich Klasse 1?

Nein. Klasse 1 deckt Rohstoffe und chemische Zwischenprodukte ab, fertige Reinigungsmittel, Seifen und Kosmetik gehören in Klasse 3. Klasse 1 wird für dich erst relevant, wenn du auch Grundstoffe oder Inhaltsstoffe an andere Hersteller lieferst. In der Praxis melden viele Unternehmen deshalb beide Klassen zusammen an.

Welche Klassen kombiniert man typischerweise mit Klasse 1?

Am häufigsten Klasse 5 für Pflanzenschutz- und Gesundheitsprodukte, Klasse 42 für Forschungs-, Entwicklungs- und Labordienstleistungen sowie Klasse 3 für Reinigungs- und Pflegemittel. Ein Start-up, das etwa einen Bio-Dünger entwickelt und dazu Analytik als Dienstleistung anbietet, deckt mit 1 und 42 die typischen Lücken ab.

Hinweis: Diese Seite bietet allgemeine Registerstatistiken und Informationen zur Nizza-Klassifikation, keine Rechtsberatung. Die passende Klassenwahl hängt vom Einzelfall ab; maßgeblich ist die amtliche Klassifikation.

Quellen

EUIPO – Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum: Registerdaten zu Unionsmarken und internationalen Registrierungen mit EU-Schutzwirkung, Stand Juli 2026.

WIPO – Nizza-Klassifikation: Klassendefinitionen und Oberbegriffe (11. Ausgabe).

Methodik: eigene Auswertung von markencheck.ai; Zählung je eintragender Gesellschaft, Namensvarianten zusammengeführt.

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