📢 Nizza-Klasse 35: Werbung, Handel & E-Commerce
Mit 691.848 Marken ist Klasse 35 die zweitgrößte Klasse im EUIPO-Register und für fast jeden Online-Handel Pflicht (Stand Juli 2026).
691.848
Marken im EU-Register
402.810
Beim EUIPO eingetragen
+20 %
Wachstum 2020–2024
48 %
Wortmarken-Anteil
Klasse 35 umfasst Dienstleistungen rund um Werbung, Geschäftsführung, Unternehmensverwaltung und Büroarbeiten, vor allem aber den Einzelhandel und E-Commerce. Wer Waren für andere zusammenstellt und verkauft, sei es im Ladengeschäft, auf Amazon oder im eigenen Online-Shop, braucht in der Regel diese Klasse. Im EUIPO-Register stehen 691.848 Marken mit Klasse 35, davon sind 402.810 aktuell eingetragen. Nur eine Klasse ist noch größer (Quelle: EUIPO-Registerdaten, Stand Juli 2026). Die Nachfrage wächst deutlich: 2020 wurden 33.169 neue Unionsmarken mit Klasse 35 registriert, 2024 waren es 39.914 und 2025 noch 39.397, ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber 2020. Der Boom des Online-Handels treibt diese Entwicklung sichtbar an. Zu den aktivsten Anmeldern gehören die Deutsche Telekom (1.113 Marken), Intesa Sanpaolo (600), Volkswagen (598), Amazon (536) und El Corte Inglés (400). Dass neben Konzernen auch unzählige kleine Shops hier anmelden, macht Klasse 35 zur wohl universellsten Dienstleistungsklasse.
Was gehört in Klasse 35?
In Klasse 35 gehören alle Dienstleistungen, die du für andere Unternehmen oder Endkunden im Bereich Werbung, Handel und Verwaltung erbringst. Der Kern: Werbung und Marketing für Dritte, Einzel- und Großhandelsdienstleistungen (stationär wie online), Unternehmensberatung und Geschäftsführung sowie klassische Büroarbeiten. Typische Beispiele sind der Betrieb eines Online-Shops oder Marktplatzes, Werbeagentur-Leistungen, Social-Media- und Influencer-Marketing, SEO-Dienstleistungen, Personalvermittlung und Recruiting, Buchhaltung sowie die Organisation von Messen zu gewerblichen Zwecken. Wichtig: Klasse 35 schützt die Handelsdienstleistung, nicht die verkauften Waren selbst. Ein Sneaker-Shop meldet Klasse 35 für den Handel an, die Schuhe selbst gehören in Klasse 25.
Typische Beispiele: Werbung, Marketing, Online-Shop/Einzelhandel, Büroarbeiten
Neue EUIPO-Registrierungen pro Jahr in Klasse 35
Die aktivsten Anmelder in Klasse 35
| # | Anmelder | Marken |
|---|---|---|
| 1 | Deutsche Telekom Ag | 1.113 |
| 2 | Intesa Sanpaolo Spa | 600 |
| 3 | Volkswagen Aktiengesellschaft | 598 |
| 4 | Amazon Technologies Inc | 536 |
| 5 | El Corte Ingles Sa | 400 |
| 6 | International Business Machines Corporation | 349 |
| 7 | Abercrombie & Fitch Europe Sagl | 329 |
| 8 | Mastercard International Incorporated | 272 |
| 9 | Banco Bilbao Vizcaya Argentaria Sa | 235 |
| 10 | Apple Inc | 234 |
Wortmarke oder Bildmarke?
Wird oft kombiniert mit
Formuliere dein Dienstleistungsverzeichnis konkret: Statt nur „Werbung“ besser „Einzelhandelsdienstleistungen in Bezug auf Bekleidung“ oder „Online-Marketing für Dritte“. Prüfe vor der Anmeldung gezielt in Klasse 35, denn bei 402.810 eingetragenen Marken ist die Kollisionsgefahr hier besonders hoch. 48 Prozent der Marken in dieser Klasse sind reine Wortmarken, eine Wortmarken-Recherche ist daher der wichtigste erste Schritt. Denke außerdem in Kombinationen: Klasse 35 wird am häufigsten zusammen mit Klasse 42 (Software, SaaS, IT), Klasse 9 (Apps, herunterladbare Software) und Klasse 41 (Schulungen, Events) angemeldet. Ein E-Commerce-Startup mit eigener Plattform fährt mit dem Trio 35, 9 und 42 meist am besten.
Typische Fehler bei Klasse 35
Der häufigste Fehler: Shop-Betreiber melden nur die Warenklassen an und vergessen die Handelsdienstleistung in Klasse 35, oder umgekehrt nur Klasse 35 ohne die eigenen Produkte. Beides lässt Schutzlücken, denn Warenverkauf und Einzelhandelsdienstleistung sind rechtlich zwei verschiedene Dinge. Zweiter Klassiker: „Werbung“ wird angemeldet, obwohl das Unternehmen nur für sich selbst wirbt. Klasse 35 deckt Werbung als Dienstleistung für Dritte ab, Eigenwerbung ist keine schutzfähige Dienstleistung und kann die Marke später angreifbar machen, wenn die Benutzung nachgewiesen werden muss. Dritter Fehler: pauschal den kompletten Oberbegriff der Klasse zu übernehmen, statt konkret zu beschreiben, womit du tatsächlich handelst. Zu breite Verzeichnisse erhöhen das Kollisionsrisiko bei der Recherche und das Risiko eines späteren Verfalls wegen Nichtbenutzung.
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Häufige Fragen
Brauche ich Klasse 35 für meinen Online-Shop?
In den meisten Fällen ja. Klasse 35 schützt die Einzelhandels- und E-Commerce-Dienstleistung, also das Zusammenstellen und Anbieten von Waren für Kunden. Zusätzlich solltest du die Klassen der verkauften Waren anmelden, denn Klasse 35 deckt die Produkte selbst nicht ab.
Wie groß ist Klasse 35 im EU-Markenregister?
Klasse 35 ist mit 691.848 Marken die zweitgrößte Nizza-Klasse im EUIPO-Register, 402.810 davon sind eingetragen (Stand Juli 2026). Die Neuregistrierungen stiegen von 33.169 im Jahr 2020 auf 39.397 im Jahr 2025, ein Plus von rund 20 Prozent.
Deckt Klasse 35 auch Werbung für mein eigenes Unternehmen ab?
Nein. Klasse 35 erfasst Werbung als Dienstleistung für Dritte, etwa durch Agenturen oder Marketing-Dienstleister. Wer nur die eigenen Produkte bewirbt, erbringt keine Werbedienstleistung. Melde stattdessen die Klassen an, die deine tatsächlichen Waren oder Dienstleistungen abdecken.
Welche Klassen werden typischerweise mit Klasse 35 kombiniert?
Am häufigsten wird Klasse 35 mit Klasse 42 (Softwareentwicklung, SaaS, IT-Dienste), Klasse 9 (Apps und herunterladbare Software) und Klasse 41 (Schulungen, Events, Unterhaltung) kombiniert. Welche Kombination passt, hängt von deinem Geschäftsmodell ab, etwa ob du eine eigene Plattform betreibst.
Quellen
EUIPO – Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum: Registerdaten zu Unionsmarken und internationalen Registrierungen mit EU-Schutzwirkung, Stand Juli 2026.
WIPO – Nizza-Klassifikation: Klassendefinitionen und Oberbegriffe (11. Ausgabe).
Methodik: eigene Auswertung von markencheck.ai; Zählung je eintragender Gesellschaft, Namensvarianten zusammengeführt.
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