🩺 Nizza-Klasse 10: Medizingeräte & Medizinprodukte
147.662 Marken sind im EUIPO-Register für Klasse 10 erfasst, die Klasse für chirurgische und medizinische Geräte und Prothesen (Stand Juli 2026). (Stand Juli 2026).
147.662
Marken im EU-Register
81.571
Beim EUIPO eingetragen
-21 %
Wachstum 2020–2024
66 %
Wortmarken-Anteil
Klasse 10 ist die Klasse der Medizintechnik: Sie umfasst chirurgische und medizinische Geräte sowie Prothesen, vom OP-Instrument bis zum Hörgerät. Im EUIPO-Register sind 147.662 Marken für Klasse 10 erfasst, davon 81.571 eingetragen (Stand Juli 2026, EUIPO-Registerdaten). Bemerkenswert ist die Richtung der Kurve: Die Neuregistrierungen sanken von 9.219 im Jahr 2020 auf 7.237 im Jahr 2024, ein Minus von 21 Prozent, 2025 kamen 7.128 hinzu. Klasse 10 schrumpft also spürbar. Die Top-Anmelder lesen sich wie das Who-is-who der Medizintechnik und Pharmabranche: Philips führt mit 401 Marken, vor Novartis (337), C. R. Bard (317), DePuy Synthes (302) und Johnson & Johnson (294). Auffällig ist auch die Markenform: 66 Prozent der Marken in Klasse 10 sind Wortmarken. In der Medizintechnik zählt der Name, nicht das Logo, denn Produktnamen müssen in Fachartikeln, Ausschreibungen und Klinikkatalogen funktionieren.
Was gehört in Klasse 10?
Klasse 10 umfasst chirurgische, ärztliche, zahn- und tierärztliche Instrumente und Apparate sowie Prothesen. Typische Beispiele: OP-Instrumente, Diagnose- und Überwachungsgeräte, Hörgeräte, Prothesen und Implantate, orthopädische Artikel wie Bandagen und Einlagen sowie Massagegeräte für medizinische Zwecke. Wichtig zur Abgrenzung: Arzneimittel, Wirkstoffe und Nahrungsergänzungsmittel gehören in Klasse 5, Software, Apps und Wearables in Klasse 9 und medizinische Dienstleistungen wie Behandlung und Beratung in Klasse 44. Geschützt wird in Klasse 10 das physische Produkt, nicht die Therapie und nicht die App dazu.
Typische Beispiele: Medizinische Instrumente, orthopädische Artikel
Neue EUIPO-Registrierungen pro Jahr in Klasse 10
Die aktivsten Anmelder in Klasse 10
| # | Anmelder | Marken |
|---|---|---|
| 1 | Koninklijke Philips Nv | 401 |
| 2 | Novartis Ag | 337 |
| 3 | C R Bard Inc | 317 |
| 4 | Depuy Synthes Inc | 302 |
| 5 | Johnson & Johnson | 294 |
| 6 | Lrc Products Limited | 287 |
| 7 | Olympus Corporation | 275 |
| 8 | Stryker Corporation | 256 |
| 9 | Boston Scientific Scimed Inc | 253 |
| 10 | Karl Storz Se & Co Kg | 239 |
Wortmarke oder Bildmarke?
Wird oft kombiniert mit
Melde Klasse 10 im Zweifel nicht isoliert an: In der Praxis wird sie am häufigsten mit Klasse 5 (Arzneimittel, Wirkstoffe, Nahrungsergänzung), Klasse 9 (Software, Apps, Sensorik) und Klasse 44 (medizinische Dienstleistungen) kombiniert. Gerade Health-Startups brauchen fast immer die Kombination aus 10 und 9, weil Gerät und App zusammengehören. Setze auf eine Wortmarke, wenn dein Name schutzfähig ist: 66 Prozent der Marken in Klasse 10 sind Wortmarken, im Klinik- und Ausschreibungsgeschäft ist der Name die Marke. Und recherchiere vorab gründlich im Register, denn trotz sinkender Neuregistrierungen ist die Klasse mit 147.662 erfassten Marken dicht besetzt.
Typische Fehler bei Klasse 10
Der häufigste Fehler passiert im Digital-Health-Bereich: Gründer melden ihre Gesundheits-App in Klasse 10 an, doch Software gehört in Klasse 9, auch wenn sie medizinisch genutzt wird. Klasse 10 greift erst, wenn ein physisches Gerät dazukommt. Zweiter Fehler: die Grenze zur Klasse 5. Ein Inhalator ist ein Gerät der Klasse 10, das Medikament darin ein Erzeugnis der Klasse 5, wer beides anbietet, braucht beide Klassen. Drittens wird die Dienstleistungsseite vergessen: Wer mit seinen Geräten auch Diagnostik, Telemedizin oder Beratung anbietet, benötigt zusätzlich Klasse 44. Und vom Minus von 21 Prozent bei den Neuregistrierungen sollte sich niemand täuschen lassen: Mit Philips, Novartis und Johnson & Johnson bleiben hier sehr große Anmelder aktiv.
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Häufige Fragen
Was fällt in Nizza-Klasse 10?
Klasse 10 umfasst chirurgische und medizinische Geräte sowie Prothesen: OP-Instrumente, Diagnosegeräte, Hörgeräte, Implantate, orthopädische Artikel und medizinische Massagegeräte. Arzneimittel gehören dagegen in Klasse 5, Gesundheits-Apps und Wearables in Klasse 9 und medizinische Dienstleistungen in Klasse 44.
Warum sinken die Anmeldezahlen in Klasse 10?
Laut EUIPO-Registerdaten sanken die Neuregistrierungen von 9.219 im Jahr 2020 auf 7.237 im Jahr 2024, ein Minus von 21 Prozent, 2025 kamen 7.128 hinzu. Die Daten selbst nennen keine Ursache; in der Branche gilt unter anderem die strengere EU-Regulierung von Medizinprodukten als Bremsfaktor. Für neue Anmelder heißt das nicht Entwarnung: Die Klasse bleibt mit 147.662 erfassten Marken dicht besetzt.
Gehört meine Gesundheits-App in Klasse 10?
Nein, Software und Apps gehören in Klasse 9, auch wenn sie medizinisch genutzt werden. Klasse 10 schützt physische Geräte wie Messgeräte, Instrumente und Prothesen. Ein Health-Startup mit Gerät und App braucht deshalb typischerweise die Klassen 10 und 9, bei eigenen Diagnostik- oder Beratungsangeboten zusätzlich Klasse 44.
Welche Klassen kombiniert man typischerweise mit Klasse 10?
Am häufigsten Klasse 5 für Arzneimittel und Nahrungsergänzung, Klasse 9 für Software, Apps und Sensorik sowie Klasse 44 für medizinische Dienstleistungen. Ein Anbieter, der ein Messgerät mit App verkauft und dazu Telemedizin anbietet, deckt mit 10, 9 und 44 die typischen Lücken ab.
Quellen
EUIPO – Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum: Registerdaten zu Unionsmarken und internationalen Registrierungen mit EU-Schutzwirkung, Stand Juli 2026.
WIPO – Nizza-Klassifikation: Klassendefinitionen und Oberbegriffe (11. Ausgabe).
Methodik: eigene Auswertung von markencheck.ai; Zählung je eintragender Gesellschaft, Namensvarianten zusammengeführt.
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