EUIPO vs DPMA
EU-Marke oder deutsche Marke? Ein praktischer Vergleich für Gründer und Markeninhaber.
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EUIPO: EU-weite Marken
• Behörde: EUIPO (European Union Intellectual Property Office) ist die zentrale EU-Behörde für Marken. • Schutzgebiet: Ein eingetragenes EU-Markenzeichen gilt automatisch in allen EU-Mitgliedsstaaten (z.B. Deutschland, Frankreich, Italien usw.). • Sprache/n: Anmeldung zumeist in einer der EU-Amtssprachen, der Antrag wird jedoch standardisiert ins Englische, Französische und Deutsche übersetzt. Gerichtsfälle können in Originalsprache oder übersetzt folgen. • Register: Das europäische Markenregister enthält nur EU-Marken. Für Recherchen steht eSearch plus zur Verfügung (s. Guide 2). Es ist öffentlich und kostenlos zugänglich. • Gebühren: Relativ hoch (rund 850 € für 1 Klasse, Stand 2026), deckt aber ganz Europa ab. Alle Amtsgebühren im Detail: Markenanmeldung-Gebühren 2026.
DPMA: Deutsche Marken
• Behörde: DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) ist das nationale Amt für Marken in Deutschland. Es ist das größte nationale Patent- und Markenamt Europas. • Schutzgebiet: Eine beim DPMA eingetragene Marke gilt nur in Deutschland. Andere Länder sind davon nicht betroffen. • Sprache: Anmeldung erfolgt auf Deutsch. • Register: Das DPMAregister ist das offizielle deutsche Markenregister. Dort kannst du nach deutschen Wort- und Bildmarken suchen. Wie beim EUIPO ist die Online-Suche kostenlos. • Gebühren: Geringer als EUIPO (eine Klasse z.B. ~300 €), aber gilt nur national.
Vergleichstabelle: EUIPO vs. DPMA
Geltungsbereich: EUIPO: Alle EU-Staaten (27 Länder) DPMA: Nur Deutschland Sachlicher Schutz: EUIPO: Markenzeichen (Wort, Bild, Klang etc) DPMA: Markenzeichen (Wort, Bild, Klang etc) Anmeldeklassen: EUIPO: Internationale Nizza-Klassen (34+11) DPMA: Internationale Nizza-Klassen (34+11) Anmeldesprache: EUIPO: Wahlweise Deutsch/Englisch/Französisch DPMA: Deutsch Kosten (ca.): EUIPO: ca. 850 € (für 1 Klasse) DPMA: ca. 300 € (für 1 Klasse) Geltungsdauer: EUIPO: 10 Jahre (mit Verlängerung um je 10 Jahre) DPMA: 10 Jahre (mit Verlängerung um je 10 Jahre) Offizielles Register: EUIPO: EUIPO-Register (Online: eSearch plus + TMview) DPMA: DPMAregister (Online-Suche) Suche nach ähnlichen Marken: EUIPO: TMview findet identische und ähnliche Marken über EU-Ämter hinweg – regelbasiert, ohne Relevanz-Ranking DPMA: DPMAregister findet übereinstimmende Elemente, aber keine Ähnlichkeitssuche EUIPO und DPMA schützen eine Wortmarke in allen üblichen Schriftarten und Farben.
Wann sollte man beide Register prüfen?
• Breiter Schutz vs. Budget: Eine EU-Marke schützt in allen EU-Staaten, ist aber teurer. Willst du lediglich den deutschen Markt bedienen, kann zunächst die nationale Anmeldung reichen. Für internationale Ambitionen empfiehlt sich ein EU-Eintrag. Was neben den Amtsgebühren an Anwaltskosten üblich ist, zeigt der Vergleich Marke selbst anmelden oder Anwalt. • Konfliktprüfung: Vor einer EU-Anmeldung lohnt es sich, auch im DPMA-Register nach Kollisionen zu suchen (und umgekehrt). Denn: Auch wenn du nur in Deutschland starten willst, kann ein europäischer Mitbewerber später Probleme bereiten. EUIPO + DPMA decken die Mehrheit der relevanten Marken in Europa ab. Wird eine Kollision übersehen, droht später eine Abmahnung wegen Markenverletzung. • Beispiele: Vielleicht nutzt du einen Namen in Deutschland (DPMA), doch ein ähnliches EU-Markenzeichen in Frankreich könnte entgegenstehen – oder umgekehrt. Eine Vorabrecherche sollte also beide Register einbeziehen. Der nächste Schritt: Starte jetzt den Markencheck und prüfe, ob dein Name im EU-Register bereits vergeben ist. markencheck.ai durchsucht das EUIPO-Register und liefert dir sofort einen KI-Score plus eine Liste phonetisch und inhaltlich ähnlicher Marken — ohne stundenlange Handrecherche in zwei separaten Registern.
Häufige Fragen
EUIPO oder DPMA, was ist günstiger?
Die DPMA-Anmeldung ist günstiger, rund 290 € elektronisch inklusive bis zu drei Klassen. Eine EU-Marke beim EUIPO beginnt bei 850 € für eine Klasse, schützt dafür aber in allen 27 EU-Staaten statt nur in Deutschland. Die vollständige Gebührenübersicht steht in den Markenanmeldung-Gebühren 2026.
Reicht eine deutsche Marke oder brauche ich eine EU-Marke?
Willst du nur den deutschen Markt bedienen, kann eine DPMA-Marke zunächst genügen. Planst du EU-weiten Vertrieb oder Expansion, ist die EU-Marke sinnvoller, weil sie in einem Schritt in allen Mitgliedsstaaten schützt. Eine nationale Marke lässt sich später nicht auf EU-weit hochstufen, das wäre eine neue Anmeldung.
Schützt eine EU-Marke automatisch in Deutschland?
Ja. Eine eingetragene EU-Marke gilt automatisch in allen 27 EU-Staaten, Deutschland eingeschlossen. Eine DPMA-Marke gilt dagegen nur national in Deutschland.
Sollte ich vor der Anmeldung beide Register prüfen?
Sinnvoll ist es. Auch wenn du nur in Deutschland startest, kann eine ältere EU-Marke entgegenstehen, und umgekehrt. Eine Vorabrecherche in beiden Registern senkt das Kollisionsrisiko. Wie du das EU-Register durchsuchst, zeigt die EUIPO-Markenrecherche.
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