Markenrecherche selbst durchführen: Anleitung in 5 Schritten
Marken-Vorabrecherche in 5 Schritten — bevor du anmeldest.
Gründer & Entwickler von markencheck.ai
1. Marke und Klassen bestimmen
Vorbereitung: Bevor du suchst, definiere klar deine Marke: • Zeichenart: Handelt es sich um ein Wort, Logo oder kombiniert? (Siehe Guide 5) • Waren/Dienstleistungen: Notiere alle Produkte und Services, die deine Marke abdecken soll. Ordne diese den richtigen Nizza-Klassen zu (siehe Guide 1). Zum Beispiel: Bietest du eine App-Dienstleistung, notiere Klasse 9 (App als Software) und Klasse 42 (SaaS). Eine genauere Planung vermeidet spätere Lücken (sonst kommt z.B. vielleicht niemand wegen einer fehlenden Klasse auf deine Marke).
2. Suche nach identischen Marken
Exaktrecherche: Nutze EUIPO (eSearch plus) und DPMA-Register, um exakt deinen Namen zu finden. Wie du eSearch plus und TMview im Detail bedienst, zeigt der Guide EUIPO-Markenrecherche. Gib den Markennamen in Anführungszeichen ein (oder alle Schreibvarianten). Prüfe: • Wortmarken: Marken mit genau demselben Wortlaut. Beachte Umlaute und gängige Ersatzschreibweisen („ß vs ss"). • Wort-/Bildmarken: Finde Marken, die deinen Namen als Wortanteil enthalten. Oft zeigt die Suche reine Wortmarken schneller an als Logos. Prüfe auch das Abbild. Notiere dir alle Treffer: Name, Klasse(n), Inhaber, Status (aktive Marke, zurückgezogen, gelöschte Marke). Ein grünes Registerzeichen bedeutet eingetragen und aktiv.
3. Suche nach ähnlichen Marken
Ähnlichkeitscheck: Eine Marke gilt als problematisch, wenn sie in Wort oder Bedeutung deiner ähnlich ist. Beispiel: Deine Marke „SolarVolt" könnte mit „SolarVoltic" oder „SunVolt" verwechselt werden. Gehe so vor: • Synonyme und Schreibweisen: Suche nach verwandten Begriffen, anderen Schreibweisen (z.B. „CyberTech" vs „SiberTech"). Prüfe auch englische Übersetzungen und Abkürzungen. • Phonetisch/Grafisch ähnlich: Denke an Klanggleichheit („Fair" vs „Fehr"), ähnliche Buchstabenkombinationen oder gemeinsame Silben. • Bedeutungsähnlich: Beinhaltet dein Name einen Begriff (z.B. „Apple") und existiert eine Marke, die das gleiche Wort oder eine identische Darstellung enthält? Falls dein Name bildhaft ist, suche nach Marken, die das Konzept oder Bild (auch in Wortform) verwenden. • Automatische Tools: Für diese Phase empfiehlt sich markencheck.ai: Das Tool analysiert phonetische und visuelle Ähnlichkeiten automatisch, bezieht Nizza-Klassen und Waren-/Dienstleistungsbeschreibungen ein und liefert einen KI-Score — so sparst du Stunden manueller Recherche.
4. Auswertung der Ergebnisse
• Priorität: Gefundene identische oder sehr ähnliche Marken in denselben Klassen sind kritisch. Eine exakte Wortgleichheit ist oft ein starkes Hindernis. • Ähnlichkeit bewerten: Achte auf Verwechslungsgefahr: Sind sich die Zeichen so ähnlich, dass Kunden sie verwechseln könnten? (Dies berücksichtigt Schriftbild, Klang und Bedeutung.) Wie du die Faktoren strukturiert abwägst, zeigt der Beitrag Verwechslungsgefahr einschätzen. • Markenstatus: Eine gelöschte oder abgelaufene Marke (z.B. markiert als löschbereit) kann wieder angemeldet werden, gilt aber derzeit als frei. Umgekehrt ist eine eingetragene (aktive) Marke tabu. • Ergebnisprotokoll: Dokumentiere die wichtigsten Funde. Eine Tabelle hilft: Spalte mit Marke, Klasse, Ähnlichkeitsgrad, Inhaber.
Häufige Fehler vermeiden
• Nur Klassenüberschrift verwenden: Eine Weile wurde häufig nur „Software" als Klasse 9-Anmeldung genutzt, was oft zu dünn war. Verwende konkrete Produkte (z.B. „Computerprogramme für Buchhaltung"). • Übersehen von Klassen: Viele vergessen Klassen wie Kl. 42 (Online-Services) oder Kl. 35 (Handel). Ein SaaS-Unternehmen sollte z.B. Kl. 9 und 42 abdecken. • Markenbild außer Acht lassen: Wenn du ein Logo hast, suche auch nach textlichen Deskriptoren. Logos können zum Wortbestandteil nur dann Rechte geben, wenn der Text ohne das Bild schutzfähig wäre. • Nur eine Sprache prüfen: Wenn dein Produkt mehrsprachig ist, suche in allen relevanten Sprachen. Manche Markenämter führen Übersetzungen, aber nicht alle. • Sichtbare Warnzeichen ignorieren: Wenn du einen Traum-Treffer siehst („keine Marke gefunden"), prüfe dennoch, ob es ähnliche Konzepte oder ältere frühere Anmeldungen gibt. Durch sorgfältige Schritt-für-Schritt-Recherche kannst du viele Konflikte früh erkennen. Beginne breit (identisch, ähnlich, alle Klassen) und arbeite dich ein. Halte alle Ergebnisse fest und bewerte, ob eine Verwechslungsgefahr besteht. Wer diese Prüfung überspringt, riskiert später eine Abmahnung wegen Markenverletzung. Setz die Schritte direkt um: Starte jetzt den Markencheck für deinen Namen.
Häufige Fragen
Kann ich eine Markenrecherche selbst durchführen?
Ja. Die Register von DPMA und EUIPO sind kostenlos öffentlich durchsuchbar, eine Exaktsuche schafft jeder ohne Vorkenntnisse. Aufwendig ist die Ähnlichkeitsrecherche: Klang-, Schriftbild- und Bedeutungsvarianten musst du manuell durchprobieren oder von einem KI-Tool wie markencheck.ai automatisch vergleichen lassen. Die rechtliche Bewertung eines konkreten Konflikts bleibt Aufgabe eines Anwalts.
Wie lange dauert eine Markenrecherche?
Eine Exaktsuche nach identischen Namen dauert wenige Minuten. Eine gründliche manuelle Ähnlichkeitsrecherche über Schreibvarianten, Klang und Bedeutung kostet dagegen mehrere Stunden pro Name. KI-gestützte Tools verkürzen diesen Schritt auf Sekunden, weil sie phonetische und visuelle Ähnlichkeit über das gesamte Register in einem Durchlauf vergleichen.
Was kostet eine Markenrecherche?
Die Registersuche bei DPMA und EUIPO ist kostenlos. Professionelle Recherchedienste von Kanzleien kosten je nach Umfang oft mehrere hundert Euro. Dazwischen liegen automatisierte Tools: markencheck.ai bietet eine kostenlose Schnellsuche und einen bezahlten KI-Report. Zum Vergleich: Die spätere Anmeldung kostet laut DPMA (2026) 290 Euro, laut EUIPO 850 Euro Grundgebühr. Welches Amt für dein Vorhaben passt, vergleicht der Guide EUIPO vs. DPMA.
Reicht die kostenlose Registersuche von DPMA und EUIPO aus?
Für identische Treffer ja. Die amtlichen Register zeigen aber nur, wonach du aktiv suchst: Ähnliche Schreibweisen, klanggleiche Namen oder Übersetzungen findest du nur, wenn du jede Variante selbst eingibst. Genau diese Ähnlichkeitstreffer sind in der Praxis die häufigste Konfliktquelle, deshalb gehört der Ähnlichkeitsvergleich in jede Vorabrecherche.
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