Markenschutz in DACH: Warum es keine DACH-Marke gibt
Es gibt keine einheitliche DACH-Marke. Die Unionsmarke deckt Deutschland und Österreich ab, nicht die Schweiz. So sicherst du deine Marke in allen drei Ländern.
Gründer & Entwickler von markencheck.ai
2. Juli 2026 · 9 Min. Lesezeit

Verkaufst du in Deutschland, Österreich und der Schweiz, liegt ein Wunsch nahe: eine einzige „DACH-Marke", die alle drei Länder in einem Rutsch abdeckt. Die gibt es nicht. Markenschutz ist territorial, und die DACH-Region verteilt sich auf drei getrennte Ämter: das DPMA in Deutschland, das Österreichische Patentamt und das IGE in der Schweiz. Eine deutsche Marke gilt nicht automatisch in der Schweiz. Die Unionsmarke beim EUIPO deckt zwar Deutschland und Österreich in einer Anmeldung ab, laut EUIPO (2026), aber nicht die Schweiz, denn die Schweiz ist kein EU-Mitglied. Dieser Überblick zeigt, wie du DACH realistisch absicherst, welche Kombinationen sinnvoll sind und was sie kosten. Das ist allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung.
Key Takeaways
- Eine einheitliche DACH-Marke existiert nicht. Markenschutz ist territorial und läuft über drei getrennte Ämter: DPMA, Österreichisches Patentamt und IGE.
- Die Unionsmarke deckt laut EUIPO (2026) alle 27 EU-Staaten ab, also Deutschland und Österreich, aber nicht die Schweiz.
- Für die Schweiz brauchst du eine eigene Marke beim IGE, ab CHF 450 für bis zu drei Klassen (IGE, 2024).
- Realistisch für DACH: Unionsmarke (Deutschland plus Österreich) plus Schweizer Marke, oder das Madrid-System als Bündel.
- Der Schutz gilt überall 10 Jahre und ist beliebig um je 10 Jahre verlängerbar (§ 47 MarkenG).
Bevor du dich für einen Weg entscheidest, lohnt der Blick auf alle drei Länder nebeneinander. Für den EU-Teil, also Deutschland und Österreich, hilft dir der Überblick zur EUIPO-Markenrecherche beim Einstieg.
Gibt es eine einheitliche DACH-Marke?
Nein. Einen einheitlichen DACH-Schutztitel gibt es nicht. Markenschutz ist territorial, und DACH besteht aus drei souveränen Ländern mit drei eigenen Ämtern: DPMA, Österreichisches Patentamt und IGE. Eine in Deutschland eingetragene Marke gilt laut DPMA (2026) nur in Deutschland und wirkt nicht automatisch in Österreich oder der Schweiz.
Das Territorialitätsprinzip ist hier der entscheidende Punkt. Eine Marke schützt dich immer nur dort, wo sie eingetragen ist. Wer in Berlin, Wien und Zürich verkauft, denkt oft an einen Wirtschaftsraum, rechtlich sind es aber drei getrennte Gebiete. „DACH" ist ein Markt- und Sprachraum, kein gemeinsames Markenrecht. Für den Schutz zählt nicht, wie du deinen Zielmarkt nennst, sondern in welchem Land deine Marke registriert ist.
Es gibt keinen einheitlichen DACH-Schutztitel. Markenschutz ist territorial und verteilt sich laut DPMA (2026) auf drei getrennte Ämter: das DPMA in Deutschland, das Österreichische Patentamt und das IGE in der Schweiz. Eine deutsche Marke gilt allein in Deutschland. Wer alle drei Länder abdecken will, braucht mehr als eine einzige nationale Anmeldung.
Für den ersten Schritt kannst du jederzeit deine Marke recherchieren, bevor du dich auf einen Anmeldeweg festlegst. So siehst du früh, ob dein Wunschname überhaupt frei aussieht.
Drei Länder, drei getrennte Markenämter
DACH wird von drei nationalen Ämtern verwaltet, und jedes vergibt nur Schutz für sein eigenes Territorium. Das DPMA ist laut DPMA (2026) für Deutschland zuständig, das Österreichische Patentamt für Österreich und das IGE, das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum, für die Schweiz. Drei Ämter, drei Register, drei getrennte Rechtsgebiete.
Für dich als Gründer:in heißt das: Du hast pro Land eine eigene Baustelle. Willst du in allen drei Ländern schützen, gibt es keinen einzelnen Schalter. Deutschland und Österreich lassen sich über die Unionsmarke gemeinsam abdecken, weil beide EU-Mitglieder sind. Die Schweiz nicht. Genau hier entsteht der blinde Fleck, den viele erst spät bemerken: Der EU-Weg endet an der Schweizer Grenze. Wann sich für Deutschland eher die nationale DPMA-Marke und wann die Unionsmarke lohnt, vergleicht der Guide EUIPO vs. DPMA.
„DACH" beschreibt deinen Markt, nicht dein Markenrecht. Der Schutz folgt Ländergrenzen, nicht Sprachräumen.
Drei Ämter regeln den Markenschutz in DACH: DPMA für Deutschland, Österreichisches Patentamt für Österreich und IGE für die Schweiz (DPMA, 2026). Jedes Amt schützt ausschließlich sein eigenes Land. Deutschland und Österreich lassen sich über die Unionsmarke bündeln, die Schweiz nie, weil sie außerhalb der EU liegt und ein eigenes Register führt.
Deckt die Unionsmarke die Schweiz ab?
Nein. Die Unionsmarke beim EUIPO wirkt laut EUIPO (2026) einheitlich in allen 27 EU-Mitgliedstaaten und erfasst damit Deutschland und Österreich in einer einzigen Anmeldung. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und bleibt außen vor. Der Schutz der Unionsmarke endet also präzise an der Schweizer Grenze.
Das ist der wichtigste Praxis-Punkt für DACH. Die Unionsmarke ist ein starkes Werkzeug, weil sie mit einer Anmeldung zwei der drei DACH-Länder abdeckt. Ihr größter DACH-Nachteil hat aber einen Namen: Schweiz. Wer glaubt, mit einer Unionsmarke automatisch „ganz DACH" zu haben, irrt. Zwei von drei Ländern sind drin, das dritte fehlt komplett und muss separat abgesichert werden.
Die Unionsmarke wirkt laut EUIPO (2026) einheitlich in allen 27 EU-Mitgliedstaaten. Sie deckt damit Deutschland und Österreich in einer Anmeldung ab, nicht aber die Schweiz, die kein EU-Mitglied ist. Für den DACH-Markt heißt das: Die Unionsmarke erledigt zwei der drei Länder, das dritte, die Schweiz, bleibt eine eigene Aufgabe.
Wie eine EU-weite Recherche zur Unionsmarke grundsätzlich abläuft und worauf du bei Deutschland und Österreich achtest, zeigt der Überblick zur EUIPO-Markenrecherche.
Wie schützt du deine Marke in der Schweiz?
Für die Schweiz meldest du deine Marke direkt beim IGE an, dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum. Die Grundgebühr beträgt laut IGE (2024) CHF 450 für bis zu drei Klassen, ab der vierten Klasse kommen CHF 100 je Klasse dazu. Diese Marke gilt dann ausschließlich in der Schweiz.
Weil die Unionsmarke die Schweiz nicht erreicht, ist die Schweizer Marke der direkte Weg. Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder meldest du national beim IGE an, oder du benennst die Schweiz über das Madrid-System als Zielland. Wer ohnehin nur Deutschland, Österreich und die Schweiz im Blick hat, kommt mit der Kombination aus Unionsmarke plus nationaler Schweizer Marke oft am schnellsten ans Ziel.
Die Schweizer Marke meldest du beim IGE an und zahlst laut IGE (2024) CHF 450 für bis zu drei Klassen, ab der vierten Klasse CHF 100 je weitere Klasse. Sie schützt allein in der Schweiz. Da die Unionsmarke die Schweiz nicht abdeckt, ist diese separate Anmeldung der praktische Standardweg für den Schweizer Teil deines DACH-Markts.
Der Schutz läuft dabei nach derselben Logik wie in Deutschland und Österreich: Er gilt zunächst 10 Jahre und lässt sich beliebig um je weitere 10 Jahre verlängern.
Was ist das Madrid-System der WIPO?
Das Madrid-System der WIPO ist eine internationale Registrierung, in der du einzelne Länder benennst. Es zählt laut WIPO (2025) 116 Mitglieder, die 132 Länder abdecken. EU, Österreich und die Schweiz sind Mitglieder. Du reichst eine Anmeldung ein und wählst darin die Zielgebiete aus, statt bei jedem Amt einzeln anzumelden.
Für DACH funktioniert das Madrid-System als Bündel. Du benennst zum Beispiel die EU, womit Deutschland und Österreich abgedeckt sind, und zusätzlich die Schweiz als einzelnes Land. So verwaltest du deinen internationalen Schutz aus einer Hand, statt parallele Verfahren bei mehreren Ämtern zu führen. Gerade wer über DACH hinaus in weitere Länder will, spart mit dem Madrid-System spürbar Verwaltungsaufwand.
Das Madrid-System der WIPO ermöglicht eine internationale Registrierung, in der du Länder einzeln benennst. Es umfasst laut WIPO (2025) 116 Mitglieder, die 132 Länder abdecken, darunter EU, Österreich und die Schweiz. Für DACH benennst du die EU (für Deutschland und Österreich) und die Schweiz und steuerst so mehrere Territorien über eine einzige Registrierung.
Was kostet Markenschutz in DE, AT und der Schweiz?
Die Grundgebühren unterscheiden sich je Land und Amt. Das DPMA nimmt laut DPMA (2026) 290 Euro elektronisch inklusive bis zu drei Klassen. Das Österreichische Patentamt verlangt rund 284 Euro für bis zu drei Klassen (Österreichisches Patentamt, 2026). Beim IGE kostet die Schweizer Marke CHF 450 für bis zu drei Klassen (IGE, 2024).
| Weg | Amt | Grundgebühr | Reichweite |
|---|---|---|---|
| Unionsmarke | EUIPO | 850 Euro (1 Klasse; +50 Euro 2. Klasse, +150 Euro ab 3.) | Deutschland + Österreich (alle 27 EU-Staaten) |
| Nationale Marke | DPMA | 290 Euro (bis zu 3 Klassen) | nur Deutschland |
| Nationale Marke | Österreichisches Patentamt | rund 284 Euro (bis zu 3 Klassen) | nur Österreich |
| Nationale Marke | IGE | CHF 450 (bis zu 3 Klassen) | nur Schweiz |
Gebühren laut EUIPO (2026), DPMA (2026), Österreichischem Patentamt (2026) und IGE (2024). Die Schweiz taucht in keiner EU-Zeile auf, denn sie ist kein EU-Mitglied.
Für den EU-Weg zählt die Unionsmarke. Ihre Grundgebühr beträgt laut EUIPO (2026) 850 Euro elektronisch für eine Klasse, 50 Euro für die zweite Klasse und 150 Euro ab der dritten Klasse. Damit deckst du Deutschland und Österreich gemeinsam ab. Rechne für ein vollständiges DACH-Paket also die Unionsmarke plus die Schweizer Gebühr zusammen, statt drei nationale Anmeldungen einzeln zu addieren.
Beachte die Folgekosten: Der Schutz gilt überall 10 Jahre und ist beliebig verlängerbar. Beim DPMA kostet die Verlängerung laut DPMA (2026) 750 Euro pro Zehnjahresperiode. Was eine vorgelagerte Recherche kostet und bringt, liest du unter Kosten der Markenrecherche.
Ein DACH-Paket setzt sich aus mehreren Gebühren zusammen. Die Unionsmarke kostet laut EUIPO (2026) 850 Euro für eine Klasse und deckt Deutschland und Österreich ab. Für die Schweiz kommen laut IGE (2024) CHF 450 für bis zu drei Klassen dazu. Rein national kostet die deutsche Marke 290 Euro (DPMA, 2026), die österreichische rund 284 Euro (Österreichisches Patentamt, 2026).
So kombinierst du Schutz für den DACH-Markt
Für vollständigen DACH-Schutz gibt es keine Einzelanmeldung, sondern zwei sinnvolle Kombinationen. Variante eins: die Unionsmarke, die laut EUIPO (2026) Deutschland und Österreich abdeckt, plus eine separate Schweizer Marke beim IGE. Variante zwei: das Madrid-System, in dem du die EU und die Schweiz gemeinsam benennst. Beide Wege führen ans Ziel, keiner ist eine „DACH-Marke".
Welche Variante passt, hängt von deinem Radius ab. Willst du wirklich nur Deutschland, Österreich und die Schweiz, ist die Unionsmarke plus IGE-Marke oft der direkteste Weg. Planst du zusätzlich weitere Länder oder erwartest du über die Jahre mehr Märkte, spielt das Madrid-System seine Stärke aus, weil du alles über eine Registrierung verwaltest. Wichtig bleibt in jedem Fall: Die Schweiz ist immer ein eigener Baustein, nie im EU-Teil enthalten.
Für DACH gibt es zwei realistische Kombinationen: Unionsmarke plus separate Schweizer Marke, oder das Madrid-System als Bündel. Die Unionsmarke deckt laut EUIPO (2026) Deutschland und Österreich ab, die Schweiz kommt über das IGE oder als benanntes Land im Madrid-System dazu. Eine einzige DACH-Marke, die alle drei Länder in einem Titel schützt, existiert nicht.
Egal welchen Weg du wählst, der erste Schritt ist immer, ähnliche Marken zu finden, bevor du anmeldest. Du kannst dazu deine Marke recherchieren und ältere Zeichen früh erkennen.
Fazit: DACH heißt drei Länder, nicht eine Marke
Die wichtigste Erkenntnis zuerst: Eine einheitliche DACH-Marke gibt es nicht. Markenschutz ist territorial und läuft über drei getrennte Ämter, das DPMA, das Österreichische Patentamt und das IGE. Die Unionsmarke deckt laut EUIPO (2026) Deutschland und Österreich in einer Anmeldung ab, die Schweiz aber nie, weil sie kein EU-Mitglied ist. Für vollständigen DACH-Schutz brauchst du deshalb eine Kombination: entweder die Unionsmarke plus eine separate Schweizer Marke beim IGE (ab CHF 450 laut IGE, 2024), oder das Madrid-System, in dem du EU und Schweiz gemeinsam benennst. Der Schutz gilt überall 10 Jahre und ist beliebig verlängerbar (§ 47 MarkenG). Das alles ist allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung, im Zweifel lass deinen Fall anwaltlich prüfen. Der erste Schritt bleibt in jedem Land derselbe: recherchiere deine Marke, bevor du anmeldest.
Quellen
- DPMA – Gebühren für Markenschutzrechte (2026)
- IGE – Kosten und Gebühren – Markenanmeldung in der Schweiz (2024)
- WIPO – Madrid System – Members (2025)
- Gesetze im Internet – § 47 MarkenG – Schutzdauer und Verlängerung (2026)
Häufige Fragen
Gibt es eine einheitliche DACH-Marke?
Nein, eine einzige DACH-Marke gibt es nicht. Markenschutz ist territorial und verteilt sich auf drei getrennte Ämter: DPMA in Deutschland, Österreichisches Patentamt in Österreich und IGE in der Schweiz. Die Unionsmarke beim EUIPO deckt laut EUIPO (2026) Deutschland und Österreich in einer Anmeldung ab, die Schweiz musst du aber separat absichern.
Deckt die Unionsmarke die Schweiz ab?
Nein. Die Unionsmarke wirkt laut EUIPO (2026) einheitlich in allen 27 EU-Mitgliedstaaten und erfasst damit Deutschland und Österreich in einer Anmeldung. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und bleibt deshalb außen vor. Für Schutz in der Schweiz brauchst du eine separate Schweizer Marke beim IGE oder das Madrid-System.
Wie schütze ich meine Marke in der Schweiz?
Für die Schweiz meldest du deine Marke beim IGE an, dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum. Die Grundgebühr beträgt laut IGE (2024) CHF 450 für bis zu drei Klassen, ab der vierten Klasse kommen CHF 100 je Klasse dazu. Alternativ benennst du die Schweiz über das Madrid-System der WIPO.
Was kostet eine Marke in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Die Grundgebühren unterscheiden sich je Amt. Das DPMA verlangt laut DPMA (2026) 290 Euro elektronisch inklusive bis zu drei Klassen. Das Österreichische Patentamt nimmt rund 284 Euro für bis zu drei Klassen (Österreichisches Patentamt, 2026). Beim IGE kostet die Schweizer Marke CHF 450 für bis zu drei Klassen (IGE, 2024).
Was ist das Madrid-System der WIPO?
Das Madrid-System der WIPO ist eine internationale Registrierung, in der du einzelne Länder benennst. Es zählt laut WIPO (2025) 116 Mitglieder, die 132 Länder abdecken. EU, Österreich und die Schweiz sind Mitglieder. Für DACH kannst du damit die EU (für Deutschland und Österreich) und die Schweiz in einem Bündel benennen.
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